Tradition beflügelt neuen Mercedes SL ab April

MB-Presse

Seit mehr als sechs Jahrzehnten stehen Mercedes-Benz SL-Modelle für elegant-saturierte Sportlichkeit. Im April 2016 kommt nun eine weitere Generation auf den Markt.

36ca12f0-c42c-0133-d935-00163e17fa4bDie Wurzeln des Mercedes-Benz SL liegen im Rennsport. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL (W 194, 125 kW/170 PS). Er tritt 1952 an und dominiert die Motorsportsaison. Charakteristisch für das Coupé ist der innovative Gitterrohr-Rahmen, der allerdings extrem hohe Türschwellen bedingt. Der Einstieg gelingt durch hoch angesetzte Türen, die  tief in das Dach eingeschnitten sind, nach oben öffnen und dabei an ausgebreitete Flügel erinnern, weshalb der Wagen von den Amerikanern ‚Gullwing‘ (Möwenflügel) und von den Franzosen ‚Papillon‘ (Schmetterling) getauft wird. Mercedes-Benz erkennt die Marktchancen und stellt im Februar 1954 gleich zwei Serien-SL vor. Den 300 SL (W 198, 1954 bis 1957) mit 158 kW/215 PS würde man heute dem Segment der Supersportwagen zuordnen – technische Konzeption und wichtige Komponenten des „Flügeltürer”-Coupés stammen aus dem Wettbewerbsfahrzeug, zugleich hat der W 198 aber eine traumhaft schön gezeichnete Karosserie und einen noch stärkeren Motor mit der effizienzsteigernden Benzindirekteinspritzung. 1957 löst der 300 SL Roadster (W 198, 1957 bis 1963) das Flügeltüren-Coupé ab. Beide Versionen sind von Anfang an ausgesprochene Liebhaberfahrzeuge und gehören heute zu den gesuchtesten und bestnotierten Klassikern.

Der 190 SL (W 121, 1955 bis 1963) wird zusammen mit dem 300 SL vorgestellt. Seine kleinere Karosserie ist formal an den Flügeltürer angelehnt, jedoch als zweisitziges Cabriolet ausgelegt und hat ein versenkbares Verdeck. Der 190 SL (77 kW/105 PS) ist ausdrücklich als sportliches und zugleich komfortables Reisefahrzeug konzipiert. Seine Verbindung von Sport und Komfort charakterisiert alle folgenden SL-Generationen.

Der Mercedes-Benz 230 SL (W 113, 1963 bis 1971) ersetzt die Typen 190 SL und 300 SL. Das Äußere ist geprägt durch klare und gerade Linien sowie durch das SL-Gesicht mit zentralem Mercedes-Stern. Mit seinem Hardtop bekommt er den Beinamen ‚Pagode‘ aufgesetzt: hohen Scheiben und filigrane Dachsäulen sorgen für optische Leichtigkeit – seine nach innen gerichtete Wölbung erinnert mit etwas Fantasie an fernöstliche Tempelbauten. Der Mercedes-Benz 230 SL ist das erste offene Fahrzeug mit Sicherheitskarosserie mit steifer Fahrgastzelle und leicht verformbaren Front- und Hecksegmenten, den sogenannten Knautschzonen. Nachfolger werden 1967 der 250 SL und 1968 der 280 SL.

In der SL-Baureihe R 107 (1971 bis 1989) arbeiten erstmals in der SL-Geschichte unter der Motorhaube Achtzylindermotoren. Neben Eleganz und Qualität strahlen die Fahrzeuge auch Sicherheit aus, das Crashverhalten des offenen Zweisitzers ist seiner Zeit weit voraus. Der W107 wird 18 Jahre lang gebaut.

Auf dem Genfer Automobil-Salon des Jahres 1989 präsentiert Mercedes-Benz den SL der Baureihe R 129 (1989 bis 2001). Ein integraler Bestandteil des Konzepts ist ein automatischer Überrollbügel, der bei einem drohenden Überschlag sensorgesteuert innerhalb von 0,3 Sekunden hochschnellt, sowie die Integralsitze, deren Belastbarkeit im Crashfall ein Vielfaches der möglichen auftretenden Kräfte beträgt.

Die augenfälligste Neuerung der nächsten SL-Generation (R 230, 2001 bis 2011) ist ihr ‚Variodach‘: Erstmals ermöglicht es ein offenes Fahrzeug und ein Coupé in einem – die Verwandlung geschieht innerhalb von 16 Sekunden. Das Karosseriedesign vereint über prägnante Details Tradition und Zukunft. So greifen beispielsweise die markierten Luftöffnungen in den vorderen Kotflügeln ein typisches Merkmal des 300 SL aus den 1950er-Jahren auf. Elektronisch gesteuerte Sicherheits- und Fahrdynamiksysteme finden erstmals ihren Serieneinsatz im R230. Seit 2012 gibt es die jüngste SL-Baureihe (R 231).

Im April 2016 kommt die neue Generation in einer technisch und optisch überarbeiteten Ausführung auf den Markt: Der neue SL bringt ein dynamischeres Design mit – animiert von der sportlichen Tradition. Beispielsweise für den Kühlergrill orientierten sich die Gestalter an den SL-Urvätern. Kraftvolle Motoren, das Automatik-Getriebe 9G-Tronic, Dynamic Select mit fünf Fahrprogrammen und Active Body Control mit Kurvenneigefunktion heben Fahrkomfort und Sportlichkeit. Das nun (warum auch immer) bis 40 km/h bedienbare Verdeck und die automatische Restkofferraum-Abtrennung sind Annehmlichkeiten, die den Bedienkomfort des Luxus-Roadsters steigern.