Mineralölkonzerne nutzen Bahnstreik für Preiserhöhung

“Mineralölkonzerne in Deutschland haben offenbar die Gunst der Stunde genutzt: Pünktlich zu Beginn der bundesweiten Arbeitsniederlegungen bei der Bahn haben sie die Preise für Kraftstoffe zum Teil deutlich angehoben, teilte der ACE Auto Club Europa am Dienstag in Stuttgart mit. Danach stiegen die Preise für Superbenzin über Nacht um bis zu 7 Cent pro Liter. Für Superbenzin verlangen Tankstellen nach Angaben des ACE mancherorts 1,39 Euro pro Liter. Das Niveau liege damit nur noch wenige Cent unter dem Jahreshöchststand vom vergangenen Monat Mai. Der Liter Dieselkraftstoff kostet derzeit durchschnittlich 1,15 Euro. Das ist den Angaben zufolge lediglich ein Cent weniger als zum Zeitpunkt des Jahreshöchststandes am 21. Mai. “”Die Tankstellenbetreiber haben gewusst, dass viele Pendler wegen des Arbeitskampfes der Eisenbahner auf ihr Auto umsteigen müssen und haben sich an ihnen schadlos gehalten””, kritisierte ein ACE-Sprecher. Dieses Vorgehen sei zwar nicht sittenwidrig im rechtlichen Sinne aber ein erneuter Beleg dafür, mit welcher Unverfrorenheit die Konzerne jede Chance auf zusätzlichen Profit ausnutzten. Seit rund zwei Jahren gibt es nach Beobachtungen des ACE meist dienstags und donnerstags neue Preisrunden. Der Club riet Kraftfahrern dazu, die Preisschilder aufmerksam zu beobachten und die Zapfsäulen teurer Markentankstellen besser zu meiden. Allerdings sind vermeindliche “”Billigtankstellen”” auch häufig auf sehr hohem Nivau. Ökonomisches Fahren kann den Spritverbrauch bei einem Pkw mit einer Fahrleistung von 12.000 Kilometern im Jahr nach Berechnungen des laut ACE um rund 181 Liter reduzieren. Dazu gehören rechtzeitiges Hochschalten, Ausrollen vor der roten Ampel und vorausschauendes Fahren. Niedertourig fahren spart bis zu zwanzig Prozent Sprit. Mit modernen Autos kann damit ab Tempo 30 bequem im vierten, bei Tempo 50 bis 60 im fünften Gang gefahren werden. Bei Kurzstopps, auch an Ampeln oder im Stau, kann die Zündung ausgeschaltet werden.”