Tipps vom TÜV für den Umbau – damit der Oldie ein Oldie bleibt:

Vorsicht beim Schrauben und Basteln am Oldtimer! Nicht dass das gute Gefährt durch zu viele Änderungen plötzlich den offiziellen Oldie-Status einbüsst. Was ist erlaubt? Was darf nicht sein? Die Experten von TÜV SÜD geben dazu Tipps.

Ein jahrelang gehegter Traum aus gut erhaltenem Chrom und gepflegten Ledersitzen – gut schaut er aus, der Oldie. Doch wie sieht’s im Innern aus? So manch versteckter Mangel macht aus dem Oldtimerfan einen Hobby-Kfz-Mechaniker – da wird geschraubt, gebastelt und geschweißt bis der Alte wieder ohne Macken läuft wie ein Neuer. Doch Vorsicht beim Austausch von Teilen! Sonst könnte es wohl möglich passieren, dass der Oldie plötzlich kein „offizieller” Oldie nach Paragraf 21c der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) mehr ist. Denn hier heißt es, der Wagen muss ein „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut” sein, um als Oldtimer anerkannt zu werden. Das heißt übersetzt: Das Gefährt muss mindestens 30 Jahre alt sein, die Hauptuntersuchung bestehen und sich in einem erhaltungswürdigen Zustand befinden. Hält man sich aber beim Umbau an bestimmte Faustregeln, dürfte es bei der offiziellen Anerkennung des antiken Gefährts keine Probleme geben, so die Fachleute von TÜV SÜD.

Motor und Getriebe: Es können ausschließlich Motoren aus der Baureihe des jeweiligen Fahrzeugtyps anerkannt werden. Hier sind allerdings Ausnahmen möglich, über die jeder Experte von TÜV SÜD gerne berät. Was die Getriebe anbelangt, ist die Umrüstung auf Automatik okay – wenn für diesen Fahrzeugtyp auch vom Hersteller Automatik-Getriebe angeboten wurden.

Farbe: Einfarbige Lacke werden auf jeden Fall akzeptiert, auch in Metallicschattierungen. So steht zum Beispiel dem H-Kennzeichen für einen pinkfarbenen Citroen nichts im Wege. Paintbrush auf der Motorhaube geht nicht durch. Akzeptiert werden dagegen Werbezüge, die in den Kindertagen des Oldies in waren. Je älter das Fahrzeug, desto mehr Schönheitsfehler hat natürlich der Lack. „Rostlauben” werden allerdings nicht akzeptiert.

Rahmen: Passen Sie auf, wenn am Rahmen etwas zu reparieren ist! Damit Ihr Oldie auch ein „offizieller” Oldtimer bleibt, sind meist fachgerechte Reparaturen vonnöten. Schweißarbeiten nach Patchwork-Art gehen nicht durch.

Bremsen: Hier dürfen Sie sogar die Pedal-Anordnung ändern. In Zweifelsfällen sollte aber – wie bei sämtlichen Umbauten – Rücksprache mit einem Oldtimer-Experten gehalten werden.

Innenausstattung: Hier wird – wie generell – auf weitgehende Originalität geachtet. Konkret: Ein Gogo-Mobil soll nicht mit dem Armaturenbrett eines Mercedes durch die Gegend fahren. Als übermäßiger Stilbruch wird es auch angesehen, wenn etwa die Sitze nachträglich mit Stoff im Zebra-Look überzogen werden.

Licht und Laune: Auf die gute Laune sollen Sie natürlich nicht verzichten müssen, wenn Sie mit dem Asphalt-Veteran unterwegs sind. „Oldtimerkennzeichen-schädlich” ist dagegen, wenn in die Wagen andere Scheinwerfer eingebaut sind – zum Beispiel Rechtecks-Scheinwerfer in einen VW-Käfer.

Reifen und Räder: Hier ist der Räderkatalog für den betreffenden Fahrzeugtyp mit entscheidend. Alle Umrüstungen, die dort aufgeführt sind, werden akzeptiert. Wenn im jeweiligen Räderkatalog nichts vermerkt ist, dürfen die Reifen höchstens um zwei Nummern breiter sein als im Original.

Sonderfälle: Erlaubt sind in jedem Fall behindertengerechte Umbauten an den Oldies oder Änderungen, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Beispiel: Seilzugbremsen werden durch hydraulische Bremsen ersetzt (geprüfter Umbausatz). Auch gegen den Katalysator im antiken Gefährt hat niemand etwas einzuwenden. Da geht Umweltschutz vor Originalität.

TÜV SÜD rät dennoch: Generell empfiehlt es sich, für einen Oldie lieber ein paar Euro mehr auszugeben – statt später viel Zeit, Mühe und Ärger in ein Restaurierungsobjekt zu investieren. Und wo läuft die Grenze zwischen dem teueren und dem überteuerten Oldtimer? Eine Frage, die man durch ein Wertgutachten von TÜV SÜD klären kann: Stellt ein Sachverständiger fest, was die Technik von gestern heute in Euro und Cent wert ist, dann tun sich Verkäufer wie Käufer bei der Preisfrage leichter.