Kurort wird zur Autostadt

Wegen der Erfindung des Automobils vor 125 Jahren feiert Baden-Württemberg den Automobilsommer mit vielen Veranstaltungen. Bad Wildbad ist dabei. Circa 200 Oldtimer der Marke mit dem Stern steuern Anfang Juni die Kurstadt im Nordschwarzwald an.
Dort findet vom 2. bis 5. Juni das Jahrestreffen der Mercedes-Benz Interessen Gemeinschaft (MBIG) statt. Das Treffen organisieren Claudia und Michael Geyer aus Höfen sowie Ronja Renschler, Mitarbeiterin im Betrieb von Michael Geyer und Marina Lahmann, zuständig für das Stadtmarketing in Bad Wildbad. Insgesamt stehen circa 35 Helfer zur Verfügung. So bringen sich die MBIG-Stammtische in Stuttgart und Strümpfelbach (Backnang) mit ein. Besonders lobt Michael Geyer die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Trinkhalle, der Stadt und dem Staatsbad.
Michael Geyer ist seit 1986 Mitglied im der MBIG. Er selbst besitzt drei Fahrzeuge mit dem Stern. Besonders stolz ist er auf seinen 300 SEL 3.5, Baujahr 1971, mit 200 PS. Dieses Fahrzeug ist für damalige Verhältnisse schon sehr umfangreich ausgestattet und hat unter anderem Klimaanlage, Luftfederung sowie elektronische Benzineinspritzung.
Mit diesem ist Geyer bei dem Treffen ebenfalls unterwegs. Über eine Anzeige in der Wochenzeitung WOM wurde er einst auf das Auto aufmerksam und kaufte es 1997 von einem Metzgermeister in Calw. Das 40 Jahre alte Gefährt hat 190 000 Kilometer auf dem Tachometer. “Abgesehen von Verschleißteilen wurde an dem Fahrzeug nichts verändert”, macht er deutlich.
Dieses Fahrzeug und circa 200 weitere ältere Autos von Mitgliedern der MBIG treffen am Donnerstag, 2. Juni (Christi Himmelfahrt), nach und nach in Bad Wildbad ein. Von Marina Lahmann war zu erfahren, dass die Fahrer ihre Autos im Zentrum der Stadt, unter anderem im Kurpark, abstellen.
Besonders stolz ist Michael Geyer darauf, dass auch 16 Fahrzeuge aus England, vier aus der Schweiz, zwei aus Irland, sowie jeweils eines aus den Niederlanden und Österreich kommen. “Die etwa 2200 Mitglieder sind in der ganzen Welt zu Hause”, so Geyer.
Ein weiterer Höhepunkt des Treffens ist die Ausfahrt der Fahrzeuge am Samstag, 4. Juni, ab 8.30 Uhr am Ende der Fußgängerzone. Dabei steuern die Fahrer fünf Erlebnispunkte an. Dort haben sie verschiedene Aufgaben zu lösen. Einer dieser Punkte ist nach den Worten von Marina Lahmann am Samstagnachmittag das Auto-Center Wohlfarth in Calmbach. Der Samstag klingt ab 19.30 Uhr mit dem Pontonball in der Trinkhalle aus. Die Tanzveranstaltung ist benannt nach dem Mercedes Ponton, dem ersten Fahrzeug der Marke mit selbsttragender Karosserie. Auf dem Ball findet die Siegerehrung für diejenigen Fahrer statt, die bei den Aufgaben am besten abschnitten.
Das Treffen endet am Sonntag 5. Juni. Der evangelische Pfarrer von Höfen, Ulrich Hilzinger, hält am Sonntag im Gotteshaus des Ortes ab 10 Uhr eine “Oldtimer Kirche”. Der Geistliche ist übrigens ebenfalls bei dem Treffen unterwegs und zwar zusammen mit Marina Lahmann in einem orangefarbenen Mercedes SE, Baujahr 1977, den Michael Geyer auch sein Eigen nennt.