Ist die Feinstaubzone sinnvoll?

Wir erinnern uns alle noch an die Feinstaubdiskussion und die Demos der Fahrzeughalter gegen die Einführung der Feinstaubzonen in 2006. Von einer konzertierten Abzockerei durch die Politik und Teilen der Automobilindustrie war die Rede. Insbesondere das Autoland Baden-Württemberg, vertreten durch Frau Gönner (CDU) stand den Alt-Autofahrern nicht zur Seite. Gegen den Willen von Bürgermeistern wurden Feinstaubzonen eingerichtet, wie z.B. Schwäbisch Gmünd und Wuppertal.

Nach fünf Jahren ist es Zeit für einen Rückblick. Auf der Homepage des Umweltbundesamtes sind alle Daten aufgelistet. Die sehr umfangreiche Datensammlung aller Messstellen enthält einige Merkwürdigkeiten.

Bis 2011 waren einige Messstellen in Betrieb, die mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben wurden (Sternchen in der Darstellung des BMU). Fast jedes Bundesland hatte so eine “Sternchen”-Messstelle, in Baden-Württemberg viel mir die gehäufte Anzahl bei der Auswertung besonders auf.

In 2010 wiesen fast alle Messstellen eine Grenzwertüberschreitung von mindestens zehn Tagen auf. Was war passiert? Richtig!, der Vulkan Eyjafjallajökull in Island war in die Luft geflogen und hatte alle Messwerte gehörig durcheinandergebracht. Mehr wie alle Autos zusammen es je hätten verursachen können.

Spiegelt man dann in den Großstädten, in die nur Fahrzeuge mit grüner Plakette einfahren dürfen, wie z.B. Berlin und in den nächsten Tagen Frankfurt am Main, die Prozentwerte der Fahrzeuge mit grüner Plakette gegen die Überschreitung des zulässigen Feinstaubhöchstwertes (35-Tage-Regelung bei PM10) stellt man fest, dass je höher der prozentuale Anteil der Fahrzeuge mit grüner Plakette im Stadtgebiet ist, umso höher ist die Überschreitung der 35-Tage-Regelung.

Im Umkehrschluß könnte das bedeuten, dass die Fahrzeuge mit grüner Plakette draußen bleiben müssen, oder die Fahrzeuge gar keine Schuld an der Feinstaubmisere haben. Letzteres würde den Stimmen recht geben – bei der Einrichtung der Feinstaubzonen – , die immer schon die privaten und gewerblichen Heizungen und Wärmeprozessen als Hauptverursacher mit über 80% Emissionsanteile am Feinstaub in den Städten für die hohe Schadstoffbelastung in der Luft gesehen haben.

Die Meßwerte auf dem Feldberg in Baden-Württemberg geben diesen Menschen recht. Dort oben steht kein Haus, es fahren Autos und die Grenzwerte werden nicht erreicht. Dies kann auch in anderen Gegenden nachvollzogen werden.

Ein paar Musterzahlen findet ihr in der angehängten PDF-Datei.

20111219_Feinstaubüberschreitung