AVUS Sonderausstellung in Einbeck

Neue Sonderausstellung zu “Ein rasantes Jahrhundert” ab 12. September im PS.Forum

Pressemitteilung des PS.SPEICHER

Mit der Sonderausstellung „Ein rasantes Jahrhundert“ lässt das niedersächsische Erlebnismuseum die Geschichte der legendären Strecke aus Berlin aufleben.

Der PS.SPEICHER im niedersächsischen Einbeck erweitert ab dem 12. September sein Angebot: Eine Sonderausstellung erinnert mit originalen Fahrzeugen an die Rennstrecke und Verkehrsstraße „AVUS“.

Sie ist älter als der Nürburgring, war schneller als jede andere Rennstrecke und ist eines der Wahrzeichen Berlins. Die AVUS, einst als „Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße“ gedacht, ist heute ein Symbol deutscher Geschichte. Dieses Jahr feiert sie ihren 100. Geburtstag. Viele Mythen ranken sich um die einst bis zu 19 Kilometer lange Strecke.

Der PS.SPEICHER und die Initiative „AVUS100“ feiern das Jubiläum dieses geschichtsträchtigen Ortes mit einer Sonderausstellung. Das Oldtimermuseum in Niedersachsen zeigt ab dem 12. September zahlreiche Fahrzeuge, die einst die Strecke belebten. „Die AVUS ist nicht nur Berliner Historie, sie ist auch deutsches Kulturgut und genießt einen weltweiten Ruf. Wir präsentieren eine einmalige Auswahl an Exponaten, die in dieser Form noch nie gemeinsam zu sehen waren“, verspricht Ausstellungsleiter Sascha Fillies. Zudem informiert die Ausstellung über Details dieses Sinnbilds automobiler Geschichte und erinnert an unzählige Anekdoten.

Warum die Wahl auf Einbeck fiel, erklärt AVUS100-Initiator Ulf Schulz: „Mit dem PS.SPEICHER konnte ich einen Partner gewinnen, der es versteht, den Besuchern legendäre Geschichten mit Herz und Hand sowie einem guten Gespür für Ausstellungsästhetik näherzubringen. Zwar liegt der PS.SPEICHER nicht in der Hauptstadt, dafür aber zentral, mitten in Deutschland.”

Die Ausstellung im PS.SPEICHER ist nur ein Teil des AVUS-Jubiläums:

Pünktlich im September erscheint das gleichnamige Buch „Ein rasantes Jahrhundert” von Ulf Schulz. Das Werk entstand in Zusammenarbeit mit Co-Autor Sven Wedemeyer und erscheint im Prestel-Verlag. Zusätzlich findet am 24./25. September auf der alten Nordkurve der AVUS in Berlin ein Publikumsevent statt. Ferner arbeitet der Fernsehsender arte an einer Dokumentation und die Deutsche Post bringt eine Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag auf dem Markt. Das Hörspiel “Leo und die Abenteuermaschine” rundet die AVUS100-Aktivitäten ab. In der Folge bringen die Akteure den Kindern die Erfindung des Autos und die AVUS als Rennstrecke in Berlin näher. Die AVUS ist somit europaweit in aller Munde.

Kaiser Wilhelm II. erdachte die AVUS bereits 1909. Als Freund der Industrie war er überzeugt davon, die schnelle Piste am damaligen Stadtrand könne die noch junge deutsche Auto-Branche stärken. Den internationalen Motorsport dominierten längst Frankreich, Italien und England. So wurde auf kaiserlichen Befehl ab 1913 eine lange Schneise durch den Berliner Grunewald geschlagen.

Am 22. Mai 1932 gewinnt Manfred von Brauchitsch das Avus-Rennen in Berlin auf SSKL mit Stromlinienkarosserie. Dabei stellt er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 194,4 km/h über eine Distanz von 200 Kilometern einen Klassenweltrekord auf.

Der erste Weltkrieg vereitelte jedoch einen pünktlichen Start. Erst 1921 startete das erste Rennen auf der AVUS. Fortan war sie, während das Volk noch mit Kutschen oder Fahrrädern unterwegs war, die erste reine Autostraße der Welt. Auf zwei lange Geraden, verbunden durch Nord- und Südkurve.

Internationale Bedeutung erhielt die AVUS erstmals 1926. Die Premiere des Großen Preises von Deutschland lockte viele Fahrer mit Renommee. Das Publikum kam in Scharen. Doch nach einem tragischen Unfall mit vier Toten drohte das motorsportliche Aus, noch bevor die AVUS überhaupt hätte Geschichte schreiben können. Immerhin nutzte man die langen Geraden fortan als Schauplatz atemberaubender Rekordfahrten. Der Opel-Raketenwagen oder die „Silberpfeile“ kamen gerade recht, als sich Deutschland auf der Weltbühne zu profilieren versuchte. Bald schon wurden Rekorde um 400 km/h gemessen.

Es waren die frühen Sternstunden der AVUS.  In den Folgejahren jubelten die Zuschauer nicht nur Sportwagen und Motorrädern zu, sondern auch der Formel 1, der Formel 3 und der DTM.

Im Lichte der wachsenden Stadt und strengerer Vorschriften wurde der Niedergang der AVUS als Rennstrecke immer deutlicher. 1999, vor über 20 Jahren, fiel die Flagge zum letzten Mal. Rund um die AVUS war längst eine moderne Autobahn entstanden. Doch immer noch ist die AVUS ein wichtiger Teil Berlins, wie die schnurgerade Fahrt auf der A115 beweist. Auch wenn sie nur selten mit der Zeit ging, hat die AVUS das wohl schnellste Jahrhundert der Geschichte überdauert und ist eine echte Brücke der 1920er Jahre ins Heute, hier und jetzt.

Avus-Rennen in Berlin, 30. Mai 1937: In diesem formelfreien Rennen setzt Mercedes-Benz drei Stromlinienwagen auf Basis des Grand-Prix-Rennwagens W 125 ein. Manfred von Brauchitsch (Startnummer 36) siegt im zweiten Vorlauf. Den Hauptlauf gewinnt am Ende Hermann Lang mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 212,5 km/h.