100 Jahre Führerschein

zzfuhrerschein3 Seit 100 Jahren gibt es den Führerschein.
 Mit dem kaiserlichen „Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909″ schlug die Geburtsstunde des amtlichen Führerscheins. Diese rechtsverbindliche Regelung für ganz Deutschland löste die Ausweisflut der Königreiche, Herzog- und Fürstentümer im Deutschen Reich ab. Auf der ersten Seite, § 2, hieß es: „Wer auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Erlaubnis gilt für das gesamte Reich; sie ist zu erteilen, wenn der Nachsuchende seine Befähigung durch eine Prüfung dargetan hat und nicht Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Bescheinigung (FÜHRERSCHEIN) zu erbringen.”
Bis Ende der 50er-Jahre galt Autofahren in der Bundesrepublik weitgehend als Männer-Sache, obwohl es sehr viele Belege auch schon in den 1920er und 1930 Jahren gab, dass Frauen begeisterte Automobilisten waren. Begehrte jedoch eine Frau den „grauen Lappen”, war sie auf den guten Willen des Herrn Gemahls angewiesen. Denn ohne seine Erlaubnis blieb der Göttergattin der Führerschein verwehrt. Das änderte sich erst am 1. Juli 1958 mit Inkrafttreten des „Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts”. Frauen erhielten also eher das Wahlrecht (schon 1919) als ohne die Einwilligung des Mannes den Führerschein machen zu dürfen!
Dieses und vieles Wissenswerte rund um die Geschichte der Fahrerlaubnis veranschaulicht die Ausstellung „100 Jahre Führerschein” im Düsseldorfer Meilenwerk. Die Sachverständigen-Organisation FSP (Fahrzeug-Sicherheitsprüfung) präsentiert als Partner von TÜV Rheinland zusammen mit dem Fahrlehrerverband Nordrhein e.V., Bezirk Düsseldorf, die kurzweilige Schau. Sie bietet zugleich einen spannenden Streifzug durch die deutsche Politik-, Technik- und Kulturgeschichte.

Die Ausstellung basiert auf einer fast 30jährigen Sammlung des Technik-Archiv Hahn. Bereits seit April und noch bis Ende Mai können Besucher der Galerie im Meilenwerk Düsseldorf, Harffstraße 110a, die Museumsstücke bestaunen. Der Eintritt ist frei.