Mercedes-Benz Oldtimer-Newsticker

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Rudolf Caracciola zum 50. Todestag

Von Jörg Enger am 25. September 2009
Der begnadete Rennfahrer Rudolf Caracciola

Der begnadete Rennfahrer Rudolf Caracciola

Am 28.September vor 50 Jahren starb der begnadete Rennfahrer Rudolf Caracciola im Alter von nur 58 Jahren.

Auf den Tag genau 50 Jahre später starten unter starker Beteiligung des Mercedes-Benz Kompressor Clubs rund 20 Fahrzeuge zu einer Ausfahrt rund um Remagen, dem Geburtsort des legendären Rennfahrers. Zum Fahrzeugaufgebot gehören diverse Mercedes-Benz Kompressor-Typen inklusive mehrerer originaler Sport- und Rennwagen, die Caracciola einst fuhr. Mercedes-Benz steuert den Rennwagen W 25 bei, auf dem Caracciola zahlreiche Erfolge erzielte. Veranstalter ist das Steigenberger Grandhotel Petersberg.

“Carratsch”, wie ihn die Presse damals nannte, war ein Ausnahmetalent. Bereits im Alter von nur 15 Jahren durfte er mit Sondererlaubnis einen Führerschein machen. Zwar begann er seine Karriere mit Motorradrennen, aber direkt im 2. Rennen wurde er von den Fafnir-Automobilwerken als Werksfahrer verpflichtet. Bei Mercedes-Benz stieg er zur Zeit der berühmten Kompressormodelle S, SS und SSK ein. Eine klassische “win-win”-Situation war geboren. Hervorragende Wagen wurden durch außergewöhnliche Fahrer bekannt und umgekehrt. Rudolf Caracciola, der Rheinländer mit italienischen Vorfahren, wurde von 1934 förmlich zum Synonym für die Silberpfeile der ersten Generation. Sechsmal gewann er allein den Großen Preis von Deutschland, 1926 auf der Avus in Berlin und danach immer am Nürburgring, 1932 im Alfa Romeo und sonst stets auf Mercedes-Benz. Seine Europachampionate von 1935, 1937 und 1938 ließe sich gut gleichsetzen mit den Formel-1-Weltmeisterschaften von heute. Dabei war er ein Artist im Regen und vielseitig wie kaum ein Konkurrent. Die Liste seiner Erfolge ist ellenlang; drunter nicht weniger als drei Europameister-Titel und drei Europa-Bergmeister-Titel. Hinzu kamen ein Sieg 1931 (der erste eines Ausländers in Italien) und ein vierter Rang 1952 bei der Mille Miglia, Bestwerte in den Rekordwagen der Marke, sowie achtbare Leistungen 1930 und 1952 bei der Rallye Monte Carlo. Er genoss Kult-Status, wo immer er auftaucht und auch heute ist er vielen Rennfreunden noch ein Begriff. Doch bei drei schweren Unfällen, 1933, 1946 und 1952, lernte er auch die schmerzhafte Seite seines Metiers kennen. 1946 beendete er seine Karriere, nachdem er nach einem weiteren schweren Unfall nicht an seine Vorkriegserfolge anknüpfen konnte. Die verbleibenden Jahre seines Lebens verbringt er als Repräsentant des Hauses Daimler-Benz, vor allem bei Präsentationen von Modellneuheiten und bei Motorsport-Veranstaltungen. Zwischendurch zieht er sich in seine schöne Villa, die Casa Scania in Lugano im Nobelviertel Ruvigliana oberhalb des Sees, zurück. Rudolf Caracciola starb plötzlich am 28. September 1959 in Kassel.

Buch zum SSK in Pebble Beach

Von Jörg Enger am 17. August 2009
Dieser Mercedes-Benz SSK gilt als originalstes Exemplar

Dieser Mercedes-Benz SSK gilt als originalstes Exemplar

Der Ex-Milligen SSK gilt unter den Experten der Kompressor-Modelle als das originalste Fahrzeug dieses Typs. Jetzt hat der Wagen auch wieder sein ureigenes Kurbelgehäuse und entspricht damit in allen Komponenten wieder dem Auslieferungs-Zustand. Das wird auch durch eine Expertise des Mercedes-Benz Classic Centers bestätigt. Rechtzeitig zur Präsentation dieses unrestaurierten Wagens beim bedeutensten Concours d’Elegance im californischen Pebble Beach ist jetzt das Buch zum Auto ferig geworden.
Der erste eingetragene Besitzer dieses Wagens war die J.H. Bartlett Ltd. aus Pembridge Villas, Notting Hill Gate, London. Diese Firma war Importeur von Bugatti und Alfa Romeo Fahrzeugen bis 1955. Erstaunlich ist dabei, dass der Wagen Nr.36045 nach der Auslieferung 1929 auf diese Firma zugelassen war. In den nächsten zwölf Jahren hatte der Wagen mit der Zulassung GC96 viele Besitzer und wurde dann von George E. Milligen erworben, der ihn über 60 Jahre lang besaß und auch nutze.
Nach seinem Ableben wurde der Wagen bei Bonhams versteigert und den Zuschlag erhielt der niederländische Sammler Evert Louwman. Dieser wird nun alles zum Erhalt und nicht der Restaurierung dieses Wagens unternehmen.
Bereits seit 1934 gibt es das “Nationaal Automobielmuseum” in den Niederlanden und derzeitig ist ein Neubau in Den Haag in vollem Gange. Nur noch bis zum letzten Sonntag im August 2009 kann man die Ausstellung besuchen, denn dann beginnt der Umzug. Bereits Anfang 2010 soll die Louwman Collection dann ihre Türen in den neuen Räumen in Den Haag öffnen. Hier erhält der SSK dann eine wirklich würdige “Garage” mit den anderen wunderbaren Fahrzeugen der Sammlung Louwman.

Zahnräder bewegen!

Von Jörg Enger am 25. November 2008

Mercedes-Benz SSK Stromlinie mit Manfred von Brauchitsch vor dem AVUS Rennen 1933Viele Systemanbieter haben eine lange Tradition. Nur in den ganz frühen Tagen war das Automobilwerk für alle Details des Fahrzeugs selber zuständig. Sehr bald, nachdem klar war, dass es für die einzelnen Komponenten besser war, wenn sich reine Fachbetriebe damit beschäftigen. Auch Mercedes-Benz mach dabei keine Ausnahme. Seit über 90 Jahren sind Fahrzeuge nach dem Daimler’schen “Wahlspruch: Zu Lande, zu Wasser und in der Luft” unterwegs versehen mit Getrieben, Lenkungen, Differenzialen oder Achsen von ZF. Dieser Tradition verpflichtet bietet der Konzern der wachsenden Anzahl von Liebhabern historischer Fahrzeuge aller Art nun ein neues Serviceangebot. Er bündelt verschiedene Bereiche und Ersatzteile zukünftig unter dem Motto „ZF Tradition“, die er auf seiner Internetseite bereitstellt. Damit soll den Oldtimer-Besitzern die Suche nach historischen Ersatzteilen erleichtert werden.
Anfragen für Getriebe, Lenkungen und Differenziale für Pkw sowie Lenkungen, Differenziale, Kupplungen und Stoßdämpfer für Nutzfahrzeuge übernimmt die Niederlassung Dortmund der ZF Service GmbH, die Getriebe der Nutzfahrzeuge betreut der Kundendienst der ZF Friedrichshafen AG und für Ackerschlepper ist die ZF Passau GmbH zuständig. Diese drei verstehen sich als zentrale Schnittstellen, hinter denen sich Experten-Netzwerke mit dem notwendigen Know-how verbergen.
Wer selbst auf die Suche nach Informationen zum robusten Einheitsgetriebe, dessen verschiedene Baumuster in PKW’s und LKW’s seit 1925 Verwendung fanden, wird seit Sommer 2008 auf der ZF-Website fündig. Sogar wenn es um so exotische Dinge geht wie das ZF-Differential mit Selbstsperrung, das 1932 in Serie ging und z.B. im Mercedes-Benz Stromlinien SSK (Unser Bild zeigt den SSK Stromlinie mit Manfred von Brauchitsch vor dem AVUS Rennen 1933) und im Alfa Romeo 6 C 2500 eingebaut wurde, oder das Sechsgang-Allklauengetriebe.
Unter “Tradition” finden Interessierte einen Überblick zur Unternehmens- und Technikgeschichte, Beispiele für Werbung im Laufe der Zeit (1915 bis 2000), zahlreiche Reproduktionen von Original-Prospekten und historischen Datenblättern als PDF-Dateien, Hinweise, Fotos und Berichte von Oldtimer-Events, und natürlich ganz wichtig, die Möglichkeiten zur Ersatzteil- und technischen Anfrage.

Video der Woche: Die ungebremste Kompressor-Kraft

Von Redaktion am 19. Oktober 2008

Die Oldtimer-Fans und Mercedes-Benz Veteranen Club Mitglieder Franz Maag und Manfred Dietze leben ihre Leidenschaft: In einem 710 SS und einem 720 SSK aus den 20er Jahren. Noch heute bestechen die beiden Sportwagen durch ihre unbändige Kraft und eine beeindruckende Beschleunigung. Lange vor dem ersten Formel1-Grand Prix gehörten die beiden Kompressor-Fahrzeuge zur Königsklasse des Motorsports. Auf den Mercedes-Benz Classic Days 2008 ließen Maag und Dietze ihren rüstigen „Gefährten“ freien Lauf auf der Rennstrecke!

Film zu den MB Classic Days 2008

Von Redaktion am 11. September 2008

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Nirgendwo sonst treffen so viele legendäre Modelle aufeinander. 171 Teams aus der ganzen Welt fuhren zu diesem exklusiven „Familientreffen“ vor. Egal ob SSK, 300 SLS oder 250 SE Cabriolet – alle kamen zur Mercedes-Benz Welt im englischen Brooklands, der ältesten, noch erhaltenen Rennstrecke der Welt. Auch auf den Rundkursen Brands Hatch und Goodwood genossen die rollenden Legenden puren “racing spirit”.

Erster Sieg eines Ausländers

Von Jörg Enger am 12. April 2001

Beim 1000-Meilen-Rennen von Brescia/ltalien 12.-13. April 1931 über 1.635 Kilometer belegen Rudolf Caracciola und Wilhelm Sebastian auf Mercedes-Benz Typ SSKL (W 06 RS) mit einer Durchschniftsgeschwindigkeit von 101,1 km/h den ersten Platz. Caracciola siegt damit als erster ausländischer Fahrer in der Geschichte der Mille Miglia. Der SSKL (für Super-Sport-Kurz-Leicht) ist die letzte Stufe in der Entwicklung der „S“-Reihe. Er wird nur als Rennsport-Zweisitzer gebaut und ist mit einem 7-Liter-Motor ausgerüstet, der 240 PS leistet (mit Kompressor 300 PS) und eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h ermöglicht.