Rétromobile 2012 startet heute: Treffen der Sieger von Le Mans

Auf der Rétromobile 2012 erinnert Mercedes-Benz Classic in diesem Jahr an einen ganz besonderen Triumph: Vor 60 Jahren endet das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem spektakulären Doppelsieg, eingefahren mit dem Sportwagen vom Typ 300 SL (Baureihe W 194). Die beeindruckenden Rennerfolge des „Flügeltürers“ werden zum Grundstein der bis heute rund um den Globus anzutreffenden Begeisterung für die SL-Baureihe von Mercedes-Benz. Der Messeauftritt wird in Abstimmung mit Mercedes-Benz France gestaltet.
„Wir zeigen auf der Rétromobile in Paris drei Originalfahrzeuge aus unserer Sammlung, die in Le Mans erfolgreich waren“, sagt Michael Bock, Leiter von Mercedes-Benz Classic und Geschäftsführer der Mercedes-Benz Museum GmbH. „Das Rennen gilt als eins der strapaziösesten der Welt. Es ist eine große Auszeichnung, dort zu gewinnen.“ Neben einem originalen Mercedes-Benz 300 SL (W 194) aus dem Jahr 1952 zeigt die Marke auf dem rund 400 Quadratmeter großen Messestand in Halle 3 ein Typ SSK aus dem Jahr 1931 sowie einen Sauber-Mercedes C9 von 1989.

Berühmte Fahrzeuge auf der Rétromobile
300 SL – so heißt das Wettbewerbsfahrzeug, mit dem Mercedes-Benz im Jahr 1952 und damit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder im internationalen Motorsport antritt. Die Entwicklung des 300 SL geht zurück auf das Jahr 1950: Ingenieure treiben die Entwicklung des neuen Rennsportwagens voran, für den die Repräsentationslimousine Mercedes-Benz 300, der sogenannte Adenauer-Mercedes, einige Komponenten liefert. Im Juni 1951 beschließt der Vorstand, ab 1952 wieder ins Renngeschehen einzusteigen, und gibt endgültig den Bau des 300 SL in Auftrag. Die Buchstaben stehen für „Super-Leicht“.
1952 gewinnt das Team Hermann Lang/Fritz Rieß vor Theo Helfrich/Hemut Niedermayr auf dem Rennsportwagen Mercedes-Benz 300 SL (W 194) die 20. Auflage der 24 Stunden von Le Mans. Die gesamte Rennsaison verläuft für Mercedes-Benz außerordentlich erfolgreich. Die weiteren Ergebnisse der Einsätze des 300 SL lauten: Plätze zwei und vier bei der Mille Miglia, Dreifachsieg beim Preis von Bern für Sportwagen, Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring für Sportwagen und Doppelsieg bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko. Die Marke hat sich mit einem Paukenschlag im Motorsport und über den Werbeeffekt zugleich im internationalen Marktgeschehen zurückgemeldet.
Bei dem auf der Rétromobile 2012 ausgestellten 300 SL (W 194) handelt es sich um ein Originalfahrzeug mit der Fahrgestellnummer 06. Insgesamt entstanden 10 Fahrzeuge für den Rennsporteinsatz. Der erste 300 SL, das Premierenfahrzeug von 1952, existiert nicht mehr; er wurde im Werksbesitz verschrottet. Der zweite Wagen ist noch erhalten und wurde 2011 im Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach aufwendig restauriert. Er gilt als der älteste noch existierende SL überhaupt und gehört, wie zwei weitere W 194, zur Sammlung von Mercedes-Benz Classic.
Rennsport als Innovationsmotor
Die weiteren von Mercedes-Benz auf der Rétromobile 2012 ausgestellten Fahrzeuge unterstreichen die Innovationsfähigkeit der Marke und auch ihren Willen zum Wettbewerb: Speziell für die Gruppe-C-Serie entwickelt ist der silberne Sauber-Mercedes C9 von 1989. Denn nach mehr als 30 Jahren Motorsport-Abstinenz geht Mercedes-Benz seit 1988 wieder offiziell an den Start. Unter der mit Carbon-Aramid-Fasern verstärkten Kunststoffkarosserie arbeitet das Herzstück des 870 Kilogramm leichten Sauber-Mercedes C9: ein wassergekühltes V8-Triebwerk mit 720 PS (520 kW). Das am 10. und 11. Juni 1989 in Le Mans stattfindende 24-Stunden-Rennen gewinnen die Mercedes-Piloten Jochen Mass/Manuel Reuter/Stanley Dickens und Mauro Baldi/Kenny Acheson/Gianfranco Brancatelli mit einem Doppelsieg – 37 Jahre nach dem ersten und seither einzigen Triumph auf der legendären Strecke.
Der auf der Rétromobile 2012 ebenfalls gezeigte Mercedes-Benz SSK gilt als Krönung einer Sechszylinder-Reihe, die ihr Debüt noch bei der Daimler Motoren Gesellschaft (D.M.G.) in den 1920er-Jahren gibt. Über mehrere Jahre hinweg dominieren die Typen S, SS, SSK sowie die Leichtbauvariante SSKL den internationalen Rennsport – häufig mit Rudolf Caracciola am Steuer. Am 13. und 14. Juni 1931 fährt das Duo Boris Iwanowski/Henri Stoffel in Le Mans mit 7 : 03 Minuten die schnellste Rennrunde (139,2 km/h) und belegen nach 24 Stunden in der Gesamtwertung den zweiten Platz.